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Wie uns andere sehen . . . .

Die Tätigkeit der Aktiven "Bürger für Bürger" wird selbstverständlich auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Nachfolgend zeigen wir Ihnen, in welcher Form über unsere Arbeit berichtet wurde.


Extrablatt vom Zeitungsjungen, Dezember 2007

Für den kompletten Bericht bitte hier klicken.


Stadtgespräch Bünde Oktober 2007

Das Gespräch ist immer interessant
Das Gespräch ist immer interessant Hans Rudolf Simoneit (rechts) im Gespräch mit Rof Eikötter und Heidrun Schrage-Wickern

"Bürger für Bürger" - Ein Netzwerk kleiner Hilfen in Bünde

Im Wohnzimmer reicht der Bücherschrank bis zur Decke. Dem gegenüber steht ein Klavier und ein kleiner Fernseher. Neben dem Fenster liegen, ordentlich gestapelt, viele Musik-CDs. Hans Rudolf Simoneit hat seiner Seniorenwohnung eine persönliche Note verliehen. Hier, im Herzen der Zigarrenstadt, fühlt sich der ehemalige Bünder Kirchenmusikdirektor und Westfälische Landessingwart heimisch. Entspannt lehnt er im Sessel und zieht genüsslich an seiner Pfeife.

Der 80-Jährige ist geistig hellwach, nur mit dem Laufen klappt es nicht mehr so richtig gut. Außerdem macht ihm hin und wieder sein Gehör zu schaffen. Wegen eines Hörsturzes musste er vor über zwanzig Jahren aus dem geliebten Beruf ausscheiden und wurde zum Frührentner. Zwischenzeitlich wohnte er in Herford, bevor er mit seiner Frau zurück nach Bünde zog. "Das war eine richtige Entscheidung", sagt Simoneit und
bläst gedankenversunken Rauch in die Luft.

Heute lebt er alleine in einer Wohnung am Tabakspeicher. "Meine Kinder wohnen nicht mehr hier in der Gegend, aber sie kommen so oft wie möglich zu Besuch", erzählt Simoneit. Einsam fühle er sich eigentlich nicht, betont der pensionierte Musiker. Eigentlich. Aber vielleicht doch manchmal ein bisschen? Simoneit lächelt. Auf alle Fälle freut er sich über die regelmäßigen Besuche von Heidrun Schräge-Wickern.

Die Spradowerin engagiert sich ehrenamtlich in dem Netzwerk "Bürger für Bürger". Die Gruppe entstand aus einer Initiative der Bünder Diakoniestationen sowie des städtischen Arbeitskreises für Behinderte und Pflegeberatung, erzählt Rolf Eikötter. Auch er wohnt in Spradow und leitet das ehrenamtliche Netzwerk. Dass Schrage-Wickern und Eikötter in dem gleichen Ortsteil wohnen, ist Zufall. Um bei "Bürger für Bürger" mitzumachen, muss man kein Spradower sein.
Insgesamt sind derzeit rund 25 Frauen und Männer aus dem gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Freiwillig und ehrenamtlich unterstützen sie Menschen, die in der Mobilität eingeschränkt oder von Pflege betroffen sind. Beispielsweise besuchen die Ehrenamtlichen ältere Leute, plaudern mit ihnen, lesen vor oder begleiten die Senioren bei einem Spaziergang. Dieser Dienst am Mitmenschen werde gerne angenommen, so Eikötter. Allerdings könne das Netzwerk noch mehr Freiwillige gebrauchen.

Nicht nur die Senioren haben einen Nutzen vom Besuch, sondern auch die Besucher. "Es ist eine innere Freude für mich, Herrn Simoneit zu besuchen", erklärt Heidrun Schräge-Wickern ihre Motivation. "Das Gespräch ist immer so interessant, dass ich anschließend zufrieden wieder nach Hause gehe." Diese Begründung ist kein Einzelfall. Auch andere Ehrenamtliche berichten von ähnlichen positiven Erfahrungen, bestätigt Rolf Eiköt-ter. Außerdem seien die Besuche eine sinnvolle, soziale Betätigung. "Schade, dass ich nicht mehr so gut zu Fuß bin", bedauert Hans Rudolf Simoneit, "denn dann würde ich auch noch mitmachen und andere besuchen." Die Besuche sind kostenlos. Auskünfte zu dem gemeinnützigen Netzwerk "Bürger für Bürger" erteilen Rolf Eikötter, Telefon (05223) 73012, und Susanne Pott in der Diakoniestation, Telefon (05223) 92980. Informationen stehen auch im Internet unter "www, buerger-fuer-buerger. info" ak


Neue Westfälische, 22. Oktober 2007

Keine Angst vor Baxmann
„Bürger für Bürger“ unternehmen Tagestour

Bünde. Mitglieder des Netzwerkes „Bürger für Bürger“ unternahmen jetzt einen Ausflug nach Hessisch Oldendorf. Dort standen eine Stadtbesichtigung und ein Besuch der Schillat-Höhle auf dem Programm. Und die ehrenamtlichen Helfer konnten sich dabei von ihrer Arbeit mit alten und pflegebedürftigen Menschen erholen.

In Hessisch Oldendorf angekommen, wurde die Gruppe bereits von Stadt- und Höhlenführer Detlev Spilker erwartet. Die Stadtgeschichte, das Schloss und einige der herrlichen Fachwerkhäuser waren seine Themen. Und gestärkt durch ein Essen in den Ratsstuben ging es dann in die Schillat-Höhle, wo sich die Gruppe auf die Spuren des Baxmann begab.

Beliebt war er nicht, der Baxmann. Er betrog Mitbürger und Gäste in seiner Schänke. Nachdem er mehrfach beerdigt worden war und doch immer wieder auftauchte, holten sich die Hessisch Oldendorfer geistlichen Beistand. Die Mönche brachten den Baxmann zu einer Quelle, die er erst wieder verlassen durfte, wenn er sie mit einem Sieb ausgeschöpft hatte. Der Mann war aber clever, wartete den Winter ab und konnte das gefrorene Wasser mit dem Sieb entfernen. Jetzt bekam er die Aufgabe, die Quelle mit einem Fingerhut auszulöffeln. Seitdem glauben alle, er sitze auch heute noch an der Quelle.

Mit einem gläsernen Fahrstuhl fuhr man 45 m in die Schillat-Höhle – vorbei an Millionen Jahren Erdegeschichte. Und natürlich kam die Gruppe an den Füßen des Baxmann vorbei, der, weil unter Tage im Fels eingeklemmt, kein Unheil mehr anrichtet. Ein Höhepunkt der Besichtigung war eine 3-D-Dia-Schau mit einzigartigen Impressionen der Risenberghöhle.

Das Netzwerk „Bürger für Bürger“ unterstützt nach dieser interessanten Tagestour nun noch ambitionierter alte und hilfsbedürftige Menschen in Bünde. Und an Mithilfe Interessierte können sich unter Tel.

(0 52 23) 7 30 12 beim Netzwerkleiter Rolf Eikötter melden.

© 2007 Neue Westfälische
Bünder Tageblatt, Montag 22. Oktober 2007


Westfalenblatt Bünde 12.9.2007

Bild: Westfalenblatt Bünde
Bild: Westfalenblatt Bünde Ilse Schwentker (l.) steht ihrem Schützling Anneliese Klingler mit Rat und Tat zur Seite. Rolf Eikötter, Leiter der Initiative »Bürger für Bürger«, hofft auf Zuwachs ehrenamtlicher Helfer in seinem Kreis.

Vorbildliches Netzwerk kleiner Hilfen

Bürger unterstützen Bürger - Ehrenamtliches Engagement wird gern angenommen
Von Gitta Wittschier
Bünde (BZ). Sie sei schon immer eine Powerfrau gewesen, »und das hat sich auch nicht dadurch geändert, dass ich auf den Rollstuhl angewiesen bin, und das mittlerweile seit 15 Jahren«. Anneliese Klingler blickt ihr Gegenüber forsch und mit einem Lächeln an.
Ihre Betreuerin Ilse Schwentker freut sich über die anhaltenden Energieschübe ihres Schützlings, »die bei Behinderten gewiss nicht selbstverständlich sind«.
Seit einiger Zeit ist Ilse Schwentker Mitglied bei »Bürger für Bürger«, einer Organisation, die vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich dabei um ein Netzwerk kleiner Hilfen für solche Mitbürger, die häufig aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters in der Mobilität eingeschränkt oder auch geistig nicht mehr sehr rege sind.
Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder bieten ihre Hilfe an (eventuell beim Einkaufen oder beim Erledigen von Schriftverkehr) oder sie sorgen für Kurzweil. So bei Gesellschaftspielen oder beim Vorlesen; auch ist die Begleitung bei Spaziergängen beliebt. Das Engagement helfender Personen ist einmal wöchentlich für zwei Stunden gefragt.
Mittlerweile seien es 23 Ehrenamtliche, die sich in den erwähnten Bereichen engagieren, erklärt Rolf Eikötter. »Doch es ist logisch, dass uns noch viele helfende Hände willkommen sind«. Oft hieße es, gewisse Schwellen zu überwinden, vor allem die Angst, mit Behinderten in Kontakt zu treten, beschreibt der Leiter von »Bürger für Bürger« die Zurückhaltung vieler Leute. Doch diese Furcht vor der ersten Begegnung sei häufig einer positiven Einstellung gewichen.
»Mit jemandem, der helfen will, werden alle Einzelheiten bis auf's i-Tüpfelchen besprochen«, betont Eikötter. Die Betreuer und die behinderten Mitbürger werden nicht willkürlich zusammengebracht.
Es ist Pflicht, jeden, der helfen will, genau nach seinen Wünschen zu fragen. »Wer eine Person, die bettlägerig ist, nicht betreuen will, kann dazu nicht angehalten werden. Ebenso verhält es sich bei Demenzkranken - es gibt Betreuer, die sich gern um sie kümmern, andere dagegen nicht«.
Möglich ist auch der Abbruch eines Kontaktes, sollte die Chemie zwischen Betreuer und Schützling überhaupt nicht stimmen. Jederzeit kann in Sachen Hilfsbereitschaft eine neue Verbindung eingegangen werden. Doch woher erfahren die Mitglieder von »Bürger für Bürger« überhaupt, wer in Bünde auf Hilfe angewiesen ist? »Über Angehörige, Nachbarn, Ärzte oder Therapeuten werden uns Namen mitgeteilt«, sagt Rolf Eikötter.
Es gibt eine Schweigepflicht innerhalb des Kreises, sie betrifft auch etwaige Probleme in der Betreuung - »hier ist wichtig, dass nichts nach außen getragen wird«. Fortbildungen, gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen sollen das Miteinander pflegen.
Aus der Behinderten- und Pflegeberatung der Stadt Bünde ging »Bürger für Bürger« einst hervor, die enge Mitarbeit mit der Diakoniestation wird stets forciert. Wer an einer ehrenamtlichen Arbeit bei dem Zusammenschluss interessiert ist, kann sich an Rolf Eikötter, Telefon 73012, wenden.
Auf den Freitag freut sich Anneliese Klingler besonders - dann erscheint ihre Betreuerin Ilse Schwentker und widmet sich ihr für 120 Minuten. Zumeist steht der Einkauf auf dem Plan. Zu ihren verschiedenen Treffen - so zur Frauenhilfe - begibt sie sich in ihrem Elektrorollstuhl. Ebenfalls zur Rolli-Gruppe, »wir plädieren dafür, Barrieren für Behinderte abzubauen«.
Ein Schlaganfall war ursächlich für ihr Handikap, doch Anneliese Klingler ließ sich nie unterkriegen. Für ihr Blumengeschäft an der Brunnenallee verrichtet sie nach wie vor den Schriftverkehr. Einige Schritte wagt sie schon mal an einem Rollator, »vorwärtszukommen ist doch das A und O«, meint sie mit einem Augenzwinkern.

Artikel vom 12.09.2007